Fake-News-Handbuch für Lehrpersonen

Das Thema Fake News ist weit verzettelt und mittlerweile in aller Munde. Umso schwieriger ist es für Lehrpersonen, das Phänomen im Unterricht zu implementieren. Das Buch «Fake News. Ein Handbuch für Schule und Unterricht» gibt Ideen und Beispiele, um das Thema fächerübergreifend den Schülerinnen und Schülern näher zu bringen.

Was versteckt sich hinter dem Begriff Fake News eigentlich? Was ist der Unterschied zu Hate Speech und Hass im Internet? Wie nutze ich die digitale Kommunikation im Unterricht sinnvoll? Diesen und weiteren Fragen geht das Buch «Fake News. Ein Handbuch für Schule und Unterricht» nach. Geschrieben wurde es von Julia Egbers, einer Erziehungswissenschaftlerin und Armin Himmelrath, einem Bildungs- und Wissenschaftsjournalist. Sie zeigen mit ihrem Buch auf, wie Jugendliche Nachrichten konsumieren und was sie als seriöse Quellen betrachten. Lehrpersonen erhalten Ideen, wie sie das Thema mit den Schülerinnen und Schülern behandeln und Übungen dazu sinnvoll und fachspezifisch in den Unterricht eingebaut werden können.

Das Buch startet mit einer Begriffserklärung und zeigt auf, wie vielschichtig das Thema Fake News ist: von bewusster Manipulation über Verschwörungstheorien bis zu Urban Legends. Angereichert wird diese Definition mit zahlreichen Beispielen. Ein Kapitel widmet sich den Nachrichten in sozialen Netzwerken und wie seriös diese sind. Hier wird auch ein Vergleich zu den traditionellen Massenmedien gezogen.

In den Unterricht integrieren

Besonders interessant wird es danach, wenn die Autoren Implementationsmöglichkeiten für den Unterricht präsentieren. Dabei vertreten sie einfach gesagt nicht die Ansicht: je digitaler, desto besser, sondern: je mehr Medienkompetenz, desto besser. Jugendliche sollen in ihrer Reflexionsfähigkeit unterstützt werden, um selbst seriöse von unseriösen Nachrichten trennen zu können. Dabei gehe es nicht darum, dass Lehrpersonen jeden Hype mitmachten und sich in den neusten Trends auskennen. «Um eine Kompetenzerweiterung der Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, ist es somit natürliche Aufgabe von Lehrkräften, Aspekte der digitalen Kommunikation in den eigenen Unterricht zu integrieren», heisst es etwa auf Seite 85. Dies bedeute aber eben nicht, dass nun alle Lernenden einen Laptop oder ein iPad von der Schule erhalten. Die Autoren raten, Übungen gleich mit den Geräten der Jugendlichen zu machen, also mit ihren Handys.

Weiter gehen die Autoren auf die Rolle der Schule als Organisation im Thema Digitalisierung und Fake News ein. Sie zeigen, wie schulübergreifend Lehrpersonen weitergebildet werden könnten und wie sich die Schule zu einem Zentrum für digitale Kompetenz entwickeln sollte. Eine Stufe höher skizzieren die beiden Verfasser des Buches die Notwendigkeit einer digital emanzipierten Gesellschaft und was dies für das Bildungssystem, die Politik und unser Zusammenleben bedeutet.

Besonders hilfreich ist die kommentierte Linkliste für Lehrpersonen (siehe unten). Dort finden sich nicht nur weitere Informationen zum Thema, sondern auch Materialien, die im Unterricht eingebaut werden können. Angereichert ist das Buch und die Kapitel mit zahlreichen Studien zu den jeweiligen Themen. Dies gibt ihnen etwas mehr Gewicht und verdeutlicht zum Teil, wie wichtig Medienkompetenz für Jugendliche in Zukunft ist. Der Titel des Buches «Fake News» ist leider etwas ungünstig gewählt, da der Begriff einerseits polarisierend und etwas irreführend ist. Andererseits widmet sich das Buch weiteren, wichtigen, Themen, die für die Schule und den Unterricht von Relevanz sind. Dennoch ist es sehr empfehlenswert, auch für Eltern und Interessierte.

«Fake News. Ein Handbuch für Schule und Unterricht»
hep-Verlag, SFr. 23.-
Leseprobe

 

Auszug aus der kommentierten Linkliste

 

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